Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft verfolgt zwei Ziele: Einerseits will sie die innerkurdische Integration in der europäischen Diaspora vorantreiben. Die kurdische Community setzt sich u.a. aus Sunniten, Schiiten, Aleviten, Eziden und Christen zusammen, ist aus den kurdischen Siedlungsgebieten in vier unterschiedlichen Ländern nach Europa eingewandert.

Innerhalb der kurdischen Gesellschaft kam es im Laufe der Zeit aufgrund ideologischer Differenzen oder der Angehörigkeit zu unterschiedlichen konfessionellen Gruppen immer wieder zu Spannungen und Konflikten, die auch nach Europa getragen wurden. Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft möchte daher die jüngste kurdische Vergangenheit aufarbeiten und dazu beitragen, dass künftige Generationen in der Diaspora die richtigen Lehren aus ihrer inner-kurdischen Geschichte ziehen und ihre Zukunft gemeinsam gestalten.

Andererseits will die Kurdisch-Europäische Gesellschaft zur erfolgreichen Integration ihrer Community in die aufnehmenden Mehrheitsgesellschaften in Europa beitragen und insbesondere staatlichen und supranationalen Entscheidungsträgern in Europa ein tieferes Verständnis der reichen und faszinierenden kurdischen Kultur, der politischen Gegebenheiten der kurdischen Siedlungsgebiete und der großen Potentiale für wirtschaftliche Beziehungen vermitteln. Das seit Jahrzehnten bestehende freundschaftliche Verhältnis zwischen der kurdischen Community und den Mehrheitsgesellschaften in Europa soll gefestigt und weiter entwickelt werden.

Eine von gegenseitigem Interesse und Respekt getragene Völkerverständigung ist für uns auch die beste Grundlage für ein friedliches Zusammenleben in Europa. Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft unterstützt deshalb die vielen kurdischen Vereine und Organisationen, die die Pflege der eigenen Kultur mit der für beide Seiten wünschenswerten Integration in die europäischen Gesellschaften verbinden wollen.

Die große Zahl und Vielfalt kurdisch-europäischer Vereine und Gesellschaften in vielen Regionen und Ländern zeigt, wie sehr sich die große Verbundenheit unserer Community mit den aufnehmenden Mehrheitsgesellschaften in den vielen europäischen Staaten längst auch im gesellschaftlichen Zusammenleben spiegelt. Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft e.V. mit Sitz in Köln will diese wichtigen Initiativen keinesfalls ersetzen, sondern deren wertvolle Arbeit durch vertrauensvolle Zusammenarbeit um eine bislang nicht vorhandene europäische Präsenz und Wirkungskraft ergänzen. Neben Personenmitgliedschaften sind uns deshalb auch solche von Vereinen und Gesellschaften willkommen.

Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft wird entsprechend ihres Gesellschaftszweckes Vorträge, Seminare, Symposien und kulturelle Veranstaltungen initiieren. Sie wird institutionelle Kooperationen etablieren und mit Leben erfüllen und ihre Ziele auch durch Publikationen und aktive Kommunikationsarbeit verfolgen. Ein Schwerpunkt wird die turnusmäßige Ausrichtung einer großen europaweiten Tagung sein, zu der auch die zahlreichen kurdisch-europäischen Initiativen eingeladen werden. Diese soll dem Austausch untereinander dienen und unserem gemeinsamen Anliegen größtmögliches öffentliches Interesse sichern.

Die Gesellschaft wird zudem einen jährlich zu verleihenden Preis für besondere Verdienste um das kurdisch-europäische Verhältnis stiften. Diese Auszeichnung wird den Namen Dr. Abdulrahman Ghassemlou-Preis tragen.

Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft will Vieles beginnen und bewegen. Um unsere ambitionierten Ziele erreichen zu können, sind wir auf das Wissen, die Ideen und das Engagement unserer Mitglieder und Partner angewiesen. Alle, die sich der kurdisch-europäischen Verständigung und der Stärkung der Beziehungen innerhalb unserer Community sowie zwischen unserer Community und den aufnehmenden Gesellschaften in Europa verpflichtet fühlen, sind herzlich zur Mitarbeit eingeladen.