Stellungnahme der Ezidisch-Europäischen Gesellschaft zum Film « The Dark Wind » (Kurdisch: Reseba)

Der Film « The Dark Wind » wurde vor einigen Tagen zum ersten Mal beim Internationalen Filmfestival von Duhok (Irakisch-Kurdistan) ausgestrahlt.

In dem Film wird der Genozid an den Eziden im Shingal-Gebirge thematisiert. Eine junge Ezidin wird kurz nach ihrer Verlobung vom sogenannten Islamischen Staat (IS) verschleppt und sexuell mißbraucht. Sie ist dadurch traumatisiert. Sie schafft es zwar, den Terroristen zu entkommen, die Familie ihres Verlobten tut sich allerdings schwer, sie wieder aufzunehmen, da sie in ihren Augen nicht mehr « rein » ist. In einer der letzten Szenen des Films richtet ihr eigener Vater sogar eine Waffe auf sie.

Die Ezidisch-Europäische Gesellschaft distanziert sich von diesem Film. Dazu der Präsident der Ezidisch-Europäischen Gesellschaft, Seleman Shesho : „Als hätte der IS nicht schon genug Schaden angerichtet, hat es noch gefehlt, dass der kurdische Regisseur Hussein Hassan ein völlig verzerrtes Bild der Eziden in Irakisch-Kurdistan zeichnet. Das Bild der ezidischen Gemeinde im Film entbehrt jeder Grundlage.“

Als sich die ersten ezidischen Frauen von der IS- Gefangenschaft befreien konnten, wurden sie vom religiösen Oberhaupt der Eziden Bavê Shêx für « rein » erklärt, wieder als vollwertige Mitglieder in die ezidischen Gemeinschaft aufgenommen und psychologisch betreut. Keine einzige Frau wurde aus der Religionsgemeinschaft ausgeschlossen. Viele heirateten im Anschluss. Der Grund dafür ist, dass die Frauen gegen ihren Willlen verschleppt und mißhandelt wurden. Der Ezidische Rat, das Lalish-Zentrum sowie wichtige Persönlichkeiten der ezidischen Gemeinde wie Kommandant Qasim Shesho begrüßten die wichtige Geste des religiösen Oberhaupts.

Die Ezidisch-Europäische Gesellschaft fordert daher eine öffentliche Entschuldigung des Regisseurs wegen der Darstellung objektiv falscher Tatsachen.

Seleman Shesho, Präsident der Ezidisch-Europäischen Gesellschaft

Die Ezidisch-Europäische Gesellschaft ist ein Mitgliedsverein der Kurdisch-Europäischen Gesellschaft