Die Kurdisch-Europäische Gesellschaft (KES) begrüßt den Sieg des türkischen Oppositionellen von der kemalistisch-nationalistischen CHP Ekrem Imamoglu. Seine (Wieder-)wahl in der größten türkischen Metropole Istanbul ist eine Zäsur für die gesamte türkische Politik und könnte langfristig das Ende der Erdogan-Regierung einläuten.

Etwa jeder fünfte Türke lebt in Istanbul. Mit 16 Millionen Einwohnern, davon fast 10,6 Millionen registrierten Wählern, stellt die Mega-Stadt am Bosporus alle anderen Städte des Landes in den Schatten. Die OB-Wahl wird das gesamte Land verändern.  

KES-Präsident Kahraman Evsen: „Die Menschen haben genug von der Phrasendrescherei Erdogans, seiner Polarisierung und seinem Kontrollwahn. Sie haben die Nase voll von der Korruption und dem wirtschaftlichen Niedergang des Landes. Sie wollen einen politischen Wechsel in der Hoffnung auf ein besseres Leben.“

Nach dem knappen Wahlausgang bei der ersten Wahl Ende März 2019 haben die Kurden in der Stadt die Wahl zugunsten von Ekrem Imamoglu entschieden und die türkische Demokratie gewissermaßen gerettet. In der Stadt leben mehr Kurden als in Diyarbakir, der größten Stadt des türkischen Kurdengebietes.

KES-Präsident Kahraman Evsen: „Die Kurden sind die Königsmacher der Wahl. Sie haben die türkische Demokratie ein Stück weit gerettet. Jetzt müssen sowohl die AKP und auch CHP auf die Forderungen der Kurden nach politischer Teilhabe, Entlassung der Gefangenen, Neubeginn der Friedensverhandlungen und Wiederaufbau kurdischer Siedlungsgebiete im Südosten des Landes eingehen.“

Im Herbst 2016 wurden die beiden damaligen HDP-Vorsitzenden Selahattin Demirtaş und Figen Yüksekdağ festgenommen.