Der 16. Oktober 2017 ist ein dunkler Tag in der Geschichte der kurdischen Nation. Auf Befehl des irakischen Oberbefehlshabers und Premierministers Haider al-Abadi drangen irakische Streitkräfte und die vom Iran gesteuerte Miliz Hashd al-Shaabi in die kurdische Stadt Kirkuk ein. Daraufhin zogen sich die Peschmerga und kurdischen Sicherheitskräfte aus Kirkuk, Shingal, Khanaqin und Makhmour zurück. Der Irak und Iran wollten die Kurden dafür bestrafen, dass sie am 25.9.2017 ein Unabhängigkeitsrefendum abhielten, bei dem 93% der Wähler für die Unabhängigkeit der kurdischen Autonomieregion vom Irak stimmten.

Nach Angaben des Peschmerga-Ministeriums wurden bei dem Vormarsch mehr als 60 Peschmerga getötet und 150 weitere verletzt und Tausende kurdische Zivilisten gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Unmittelbar nach der Einnahme von Kirkuk und anderer kurdischer Städte wurden kurdische Amtsträger vom Dienst entfernt und durch Araber ersetzt. Auch der kurdische Gouverneur der Provinz Kirkuk Dr. Najmaldin Karim wurde durch einen Araber ersetzt. Abadi setzte also die schon zu Saddam Hussein’s Zeiten begonnene Arabisierungspolitik fort.

Der Zentralrat der Kurden in Deutschland (ZKD) verurteilt das militärische Vorgehen des Iraks und Irans gegen das kurdische Volk vor einem Jahr, fordert von der neuen irakischen Zentralregierung, Abadi wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht zu stellen und die Kontrolle über die Städte Shingal, Khanaqin und Makhmour der Peschmerga zu überlassen.