Wir sagen, der Krieg, die Kämpfe, die Waffen, die Einsätze sollen fernbleiben von hier“

 Der allseits populäre kurdische Anwalt Tahir Elçi wurde heute vor genau drei Jahren am 28. November 2015 im jungen Alter von 49 Jahren auf offener Straße erschossen. Der Vorsitzende der Anwaltskammer von Diyarbakir hatte gerade eine Erklärung vor Journalisten abgegeben, als die Schüsse fielen.

Kurz vor seinem Tod hatte er den Unmut der türkischen Regierung auf sich gezogen, weil er im Fernsehen erklärt hatte, die Kurdische Arbeiterpartei PKK sei keine terroristische Gruppierung. Ihm drohte daraufhin ein Prozess wegen des Vorwurfs der Propaganda für eine terroristische Organisation. In diesem Zusammenhang hatte Elçi auch von Todesdrohungen gegen ihn berichtet.

 Ein am 30. November 2015 im türkischen Parlament von der HDP gestellter Antrag auf Einrichtung einer Untersuchungskommission wurde von AKP und MHP abgelehnt und fand somit keine Mehrheit.

 Tahir Elçi wurde 1966 in einem Dorf des Kreises Cizre in der Provinz Şırnak geboren. Sein Jurastudium absolvierte er an der Dicle Universität in Diyarbakır und beendete es im Jahre 1991. Er war in vielen Verfahren innerhalb und außerhalb des kurdischen Siedlungsgebietes aktiv und hat etliche Mandanten auch vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) vertreten.

 Er hatte sich stets für die Beendigung des Konfliktes zwischen Kurden und Türken eingesetzt und war für sein Engagement für den Frieden international anerkannt. Sein Tod hat die Kurden weltweit in Trauer versetzt.

 KES erinnert heute an den kurdischen Friedensaktivisten und Menschenrechtler Tahir Elçi.

KES-Präsident Kahraman Evsen dazu: „In unseren Herzen wird er immer weiterleben“.