Interview des Vizepräsidenten der Kurdisch-Europäischen Gesellschaft (KES) Mithat Akay mit Celil Kaya vom Westdeutschen Rundfunk vom 13.11.2016 zum EU-Fortschrittsbericht zur Türkei und die Haltung von KES dazu.

Link: http://www1.wdr.de/radio/funkhauseuropa/programm/sendungen/bernama-kurdi/rojev/eu-kurden-erwartungen-100.html

Die Forderung von KES an die EU (Kommission, Rat und Parlament) sowie die Mitgliedsstaaten lautet unmissverständlich, dass die Kurdinnen und Kurden als solche benannt, akzeptiert und als gleichberechtigte Ansprechpartner in Fragen der Integration und als Teil der Konfliktlösung im Nahen Osten wahrgenommen werden. Wir wollen nicht auf unsere Herkunftsländer reduziert werden, aus denen wir geflohen sind. Wir haben uns bewusst europäische Staaten als Migrationsländer ausgesucht, um auch als kurdische Volksgruppe anerkannt zu werden.

Der EU-Fortschrittsbericht zur Türkei zeigt auf, welche Rückschritte in kürzester Zeit zu beobachten sind. Das Land entwickelt sich hin zu einer Autokratie ja zu einer Diktatur. Diese entstehende Diktatur muss von den EU-Staats- und Regierungschefs sowie den jeweiligen Parlamenten klar angesprochen und mit allen gegebenen Mitteln sanktioniert werden.

Wir als KES verstehen uns als Sprachrohr der Kurdinnen und Kurden in der EU. Wir wollen die Hoffnungen und Wünsche unserer Gemeinde in Europa artikulieren. Gleichzeitig wollen wir aber auch die Erwartungen der Politik an unsere Community in der Diaspora weitergeben. Integration kann nur durch Austausch und Pflege der Beziehung zueinander gelingen. Wir als KES stehen für die Integration in die europäische Mehrheitsgesellschaft.